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die Serengeti - ein Reisebericht


Wir sind zurück von vier wunderbaren Tagen in der Serengeti. 

 

Mal wieder die Luft der Serengeti zu schnuppern und diese einmalige Atmosphäre  zu genießen, dass hatte ich mir so gewünscht und mein Wunsch ging in Erfüllung.                                                                                                                                                                                                              Die Hauptsaison ist vorüber, so war es nicht all zu schwierig einen Jeep samt Fahrer zu chartern und ein bezahlbares Zelt- Camp zu buchen. Wir starteten früh am Montagmorgen Richtung Westen, vor uns lagen ca. 8 Stunden Fahrt ins Herz der Serengeti. Lässt man Arusha in dieser Richtung hinter sich, zeigt sich die Landschaft karg. Der mangelnde Regen hat das ohnehin spärliche Grün, braun gefärbt. Die Viehherden der Massai, die hier noch oft anzutreffen sind, finden nur noch wenig zu fressen.

 

Um in die Serengeti zu gelangen führt der Weg erstmal in Richtung Karatu, in der Nähe liegen der Lake Manyara NP sowie der Tarangire NP. Karatu liegt am Fuße der Ngorongoro Berge, eine kleine, verschlafene Stadt auf ca. 1200 Meter Höhe, die hauptsächlich vom Tourismus lebt. Einige Hotels und Lodges sind hier ansässig. Karatu ist sozusagen auch das Tor in das berühmte Ngorongoro Schutzgebiet. Natürlich ist dieser NP eine Safari wert, gibt es hier doch die größte Wildtierdichte der Welt, aber meine Sehnsucht gilt der Serengeti. Von Karatu geht es nun 14 km steil bergauf zum Eingang des Ngorongoro Schutzgebiet abgekürzt C.A.A. Auch wenn man hier keine Safari machen möchte, muss man die Wegstrecke bezahlen. Um auf den Kraterrand zu gelangen muss der Jeep ca. 1000 Höhenmeter, auf dem Serengeti-Highway, teilweise in schmalen Serpentinen überwinden. Eine spektakuläre Landschaft aus dichtem Urwald lässt einen den Atem anhalten. Das satte Grün ist Poesie für die Augen. Hin und wieder besteht die Möglichkeit einen Blick hinunter in den Krater zu werfen, mit dem Fernglas kann man mit Glück eine Elefantenherde erahnen. Wenn Gott am Sonntag spazieren gehen würde, ich bin sicher, er wird es hier tun. Sehr viel Zeit bleibt uns allerdings nicht, diese Ausblicke zu genießen, wir wollen vor Anbruch der Dunkelheit im Camp sein. Dennoch legen wir einen kurzen Stopp am Gedenkstein für Michael Grzimek ein, Michael ist hier 1959 mit seinem Flugzeug tödlich verunglückt, auch hier ist der Ausblick absolut fantastisch.



 Die Fahrt auf den Rand des Krater bis hinunter dauert ca. 2 Stunden. Wir treffen auf viel Massai mit ihren Viehherden, die dort noch leben dürfen. In der Serengeti ist ihnen dies seit 1951 verboten, in dieser Zeit wurde das Ngorongoro Schutzgebiet von der Serengeti getrennt.

 

Rechts und links des Highways liegen ihre kleinen Dörfer, die zum Teil auch besichtigt werden können. Manchmal ist der Highway so schmal, das ihn nur ein Jeep passieren kann, der Fahrer fährt hoch konzentriert und ich beneide ihn nicht um seinen Job. Der dichte Urwald wird nach und nach von Buschland und Savanne abgelöst. Staub dringt in die Nase und Augen,  lässt dem Fahrer manchmal nur einige Meter Sicht. Auch wenn der Highway vor kurzem erneuert wurde, es bleibt eine holperige Angelegenheit. Kurz vor dem offiziellen Eingang in die Serengeti erscheint die Landschaft fast unwirklich. menschenleer, karg und unendlich. In der Masaisprache heißt die Serengeti (Siringeti) dann auch „Unendliche Steppe“. Es wird Menschen geben, die diese Landschaft als nur öde empfinden, Sadat und ich, sind von diesem Anblick immer wieder fasziniert. An diesem Tag brennt die Sonne, ein heißer Wind lässt Windhosen in der Landschaft tanzen.                                                        Einige Thomsongazellen stehen an der Piste und heißen uns willkommen. Der Eingang zur Serengeti wird durch einen Torbogen symbolisiert, ein kurzer Stopp, ein Foto um zu beweisen, ich war hier.                                                                                                                                            Abraham, unser Fahrer braucht dringend eine Pause und auch Sadat und ich freuen uns auf unser Lunchpaket, vom Torbogen bis zum Checkpoint sind es nur noch ein paar Kilometer.                                                                                                                                                                      Ein großer Parkplatz, Picknickmöglichkeiten und das Büro um die Formalitäten zu erledigen, so sieht der Checkpoint aus. Ohne eine Reservierung für eine Lodge oder Camp darf man in der Serengeti nicht übernachten, außerdem muss hier der Eintritt bezahlt werden. Auch wenn der Kaffee nicht besonders schmackhaft ist und drei Dollar kostet, ich freu mich drauf.                                                                                      Die Nebensaison ist spürbar, nur wenige Jeeps machen mit uns Pause.                                                                                                                             Ich komme gar nicht dazu, mein Lunchpaket zu essen, so viele Vögel laden mich zum fotografieren ein. Scharen von Glanzstaren  und viele Arten von Webervögeln leben hier. Außerdem will ich den Agamen die auf einem kleinen Hügel zu finden sind, einen Besuch abstatten, ihre schillernden Farben sind immer wieder ein willkommenes Motiv.  Wir genehmigen uns eine Stunde Pause, vor der Weiterfahrt öffnet Abraham das Dach.                                                                                                                                                                                                                                          Die Safari beginnt. 



Wir fahren nur einige Kilometer und treffen auf die ersten Giraffen, bei ihrem Anblick bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut. Anmutig bewegen sie sich auf uns zu, sie lassen sich von uns nicht stören und wir dürfen sie beim Fressen der dornigen Akazien beobachten. Ein grandioses Schauspiel.                                                                                                                                                                                                              Kleine Herden von Thomsongazellen und Grantgazellen lassen sich beobachten, ein paar Topiantilopen sind auch dabei. Hin und wieder schrecken sie auf und zeigen uns, wie flink sie sich bewegen können. Ein einsamer Straußenhahn stolziert durch die Landschaft. Ich genieße es, im Wagen zu stehen, mir den Fahrtwind  um die Ohren wehen zu lassen und mich erneut von der Landschaft verzaubern zu lassen. Abrahm fährt nicht direkt ins Camp, er schenkt uns einen kleinen Gamedrive.                                                                                                                   Er entdeckt im hohen Gras einen Serval, aber die kleine Katze lässt sich nur kurz blicken.                                                                                            Wir können unser Glück kaum fassen, treffen wir doch gleich am ersten Tag  auf zwei junge Löwenbrüder, die im Schatten eines Akazienbusches dösen. Kein anderer Jeep stört uns, wir können die beiden also ausgiebig beobachten die nur zwei Meter von uns entfernt völlig entspannt liegen. Aber nach einiger Zeit müssen wir uns von ihnen trennen, wir müssen vor Einbruch der Dunkelheit im Camp ankommen.                                                                                                                                                                                                                                  Sadat kennt viele Camps, aber dieses ist ihm fremd, wir sind recht gespannt was uns erwartet. Die Bandbreite ist groß. Von der Luxuslodge mit Pool, bei der die Übernachtung 1000;- Euro pro Nacht und Person kostet, bis zum einfachen Zeltplatz ist in der Serengeti alles zu buchen. Wir werden mit einem erfrischenden Mangosaft begrüßt und ein Angestellter zeigt uns unser Zelt. Es ist ein kleines Zelt, in das gerade ein Doppelbett passt, eine Dusche und ein „Dixiklo“ sind abgetrennt. Zwei Stühle stehen vor dem Zelt und laden dazu ein, den Ausblick auf die Savanne zu genießen. In einiger Entfernung grasen Zebras im Abendlicht, ein paar Vögel sind zu hören, die Luft ist jetzt angenehm warm, Idylle pur. 



Wir waren über 10 Stunden unterwegs, die Piste steckt uns beiden in den Knochen, eine warme Dusche hilft ein wenig, um wieder einigermaßen fit zu werden. Das Camp verfügt über ein Gemeinschaftszelt in dem das Essen serviert wird. Hier treffen wir auf eine 6 köpfige spanische Gruppe die uns begeistert erzählt, was sie an ihrem Safaritag alles erlebt haben. Abraham mag an diesem Abend nicht mit uns essen. Das Essen ist leider recht versalzen, aber wir werden dennoch satt.                                                                                                                          In unserem Reisegepäck befindet sich eine Flasche Wein, vor dem zu Bett gehen, genehmigen wir uns ein Glas vor dem Zelt. Es ist still, hin und wieder fliegt eine kleine Fledermaus an uns vorbei, der afrikanische Sternenhimmel leuchtet, eine leichte, warme Briese streift das Gesicht. Zuerst, eher zaghaft, ist Löwengebrüll in der Ferne zu hören, das Lachen einer Hyäne antwortet.  Die Geräusche kommen näher, und auch wenn wir uns nicht wirklich fürchten, gehen wir lieber ins Zelt. Mit dieser Geräuschkulisse schlafen wir ein.

 

 

Am Morgen finden wir kurz vor dem Camp Löwenspuren. 


Nach einem gemütlichen Frühstück, das deutlich besser ist, als das Abendessen, brechen wir auf. Abraham weiß, dass wir uns Zeit nehmen wollen. Vor der Abfahrt in Arusha hat ihm Sadat erklärt, dass es für mich völlig ok ist, wenn die beiden Suaheli sprechen, auch wenn er hin und wieder Englisch mit mir spricht, er fühlt sich mit seiner Muttersprache deutlich wohler.                                                                                                Die Serengeti ist mit Pisten für die Jeeps durchzogen, sie zu verlassen ist  verboten. Die Gamedrives sind strengen Regeln unterworfen. Die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel, es wird ein heißer Tag. Kurz hinter dem Camp grasen Gazellen, noch verwechsele ich  Thomson und Grantgazellen. Sadat muss es mir noch viele Male erklären, bis ich sie einigermaßen sicher unterscheiden kann.                                         Abraham hält den Jeep oft an, wir haben Zeit die Tiere zu beobachten. Ein Jeep nur für uns ist schon großer Luxus und hat den eindeutigen Vorteil, dass nur wir uns absprechen müssen wie lange wir an einer Stelle bleiben wollen und wir viele Perspektiven zum fotografieren einnehmen können.                                                                                                                                                                                                                           Das Dach ist bei der gesamten Fahrt geöffnet, aber auch aus den geöffneten Seitenfenstern lassen sich Fotos machen. Wir kommen an Warzenschweinen vorbei, eine größere Gruppe Paviane sitzt nah an der Piste und lässt sich von uns nicht stören.                                                  Der Weg führt uns an Geiern vorbei, sie versuchen einen kleinen Kadaver von der Piste zu ziehen. Spätestens, nachdem wir lange eine große Büffelherde beobachtet haben, hat das „Wow-Gefühl“  vollständig von uns Besitz ergriffen und lässt uns die gesamte Safari nicht mehr los. Es ist eine kleine Gruppe von ca. 1000 Tieren die darauf wartet die Piste zu überqueren, neugierig beobachten sie uns. Ihre gewaltige Körpergröße ist beeindruckend, ich brauche eine Weile, um die zahlreichen kleinen Madenhacker auf ihnen zu erkennen, diese kleinen Vögel haben es sich zur Aufgabe gemacht, viele Bewohner der Serengeti von Parasiten  zu befreien.




 

 

 Abraham fährt uns zu einem Hippopool, der auch als solcher mit einem Wegweiser gekennzeichnet ist. Hier kann man aussteigen und sich auf einer kleinen Fläche frei bewegen. Es gibt sogar ein kleines Toilettenhäuschen, so ist es nicht verwunderlich, dass wir auf zahlreiche Jeeps treffen. Der Hippopool ist Teil des Flusses Retima der zu dieser Jahreszeit fast ausgetrocknet ist. Ca. 100 Tiere drängeln sich im Wasser. Ein faszinierendes Schauspiel in mal gerade 5 Meter Entfernung.                                                                                                                                              Die meisten Tiere dösen vor sich hin, hier und da versucht sich ein Hippo zu drehen, ein Jungtier steigt über die Rücken der Alten, es grunzt mal hier und mal dort, wir können einen Blick ins Innere des riesigen Mauls werfen. Es riecht nicht gerade nach Channel Nr.5. Sadat macht ein Krokodil aus, ich entdecke die unterschiedlichsten Vögel.  Wir verbringen ca. 2 Stunden an diesem Ort, die meisten Reisegruppen lassen sich nur Zeit für ein paar Aufnahmen. Sadat und ich genießen den Luxus; Zeit. Als wir diese Safari für uns planten, war genau das unser Ziel, nicht die Quantität sondern die Qualität der Tierbeobachtung sollte an erster Stelle stehen.



Sadat wusste aber auch, dass ich gerne am Visitercenter Mittagspause machen wollte, hier kann man aus nächster Nähe Klippschliefer beobachten. Ich hab die kleinen Nager in mein Herz geschlossen, die mit den Elefanten verwandt sind.                                                                        Am Visitercenter  werden die Touristen, die eine Ballonfahrt gemacht haben von ihren Jeeps wieder abgeholt, es gibt Picknick Plätze,  Kaffee und Toiletten. In einem kleinen Rundweg wird das Ökosystem der Serengeti veranschaulicht. Sadat ist oft mit Gästen an diesem Ort, hat an einer Führung, die von jungen Studenten betreut werden, jedoch noch nie teilgenommen. Sadat hört einem jungen Studenten aufmerksam zu, ich lasse mich gerne von dem einen oder anderen Klippschliefer ablenken. 



Auf dem Rückweg kommen wir an einer Elefantenfamilie vorbei, die erst in einiger Entfernung von uns  grasen aber immer näher kommen. Auch sie lassen sich von uns nicht stören und halten sich einige Zeit in kurzer Distanz zu uns auf. Die Ruhe und Gelassenheit die sie ausstrahlen beeindruckt mich mehr als ihre Körpergröße, die leisen Stimmfühlungslaute die hin und wieder zu hören sind, klingen  zärtlich. Nachdem die kleine Familie abgezogen ist, fahren wir weiter in Richtung Zelt Camp, es ist schon später Nachmittag als wir auf drei junge Löwen treffen, die sich im Schatten eines Busches aneinander kuscheln, Abraham entdeckt die schlafende Mutter in einiger Entfernung. Nach kurzer Zeit bewegt sich die Mutter auf ihre Jungen zu, wir dürfen eine zärtliche Begrüßung beobachten.

 

Im Zelt- Camp angekommen, haben wir vor dem Abendessen genug Zeit, zu duschen und eine Weile vor dem Zelt die Landschaft auf uns wirken zu lassen. An diesem Abend sind es die Büffel, die über die Savanne wandern.  Abraham isst mit uns, er berichtet anschaulich von seinen Erfahrungen mit Touristen. Die Arbeit als Fahrer ist bestimmt nicht leicht.

 

Wir  schlafen wir mit Löwengebrüll und dem Lachen einiger Hyänen ein. Dass Paviane durch das Camp streifen hören wir nicht, am Morgen sind ihre Spuren deutlich zu erkennen.



Dieser Tag soll uns ein ganz besonders Naturphänomen, für das die Serengeti weltweit berühmt ist, bescheren.                                                   Die Wanderung der Gnus.                                                                                                                                                                                                                Es leben schätzungsweise 1,7 Millionen Gnus in der Serengeti, seit Urzeiten folgen sie einer inneren Uhr um in möglichst frischer Vegetation grasen zu können.                                                                                                                                                                                                                          Der Klimawandel hat die Routen verändert, noch vor einigen Jahren hätten wir die riesigen Herden um diese Jahreszeit im östlichen Korridor beobachten können. Wir haben sie jetzt im westlichen Korridor angetroffen, der Mbalageti genannt wird. Die Serengeti ist in sechs unterschiedliche Gebiete unterteilt, jedes Gebiet weißt unterschiedliche Landschaften wie Savanne, Buschland usw. auf, damit ändert sich natürlich auch die Artenvielfallt. So hat man z.B. nur in Moru, die Chance auf ein Nashorn zu treffen.                                                                   Unser Camp liegt in der Mitte der Serengeti und wird Seronera genannt, wir müssen ca. 100 Kilometer fahren um auf Gnus zu treffen. Die Landschaft verändert sich langsam,  aus der Savanne wird grünes Buschland. In unserer Nähe fließt der Gurumetifluß, an dessen Rändern ein dichter Galeriewald wächst, wir  treffen hier auf Wasserböcke. Pfützen haben sich an einigen Stellen der Piste gebildet, hier hat es schon kräftig geregnet. Wir sind etwa zwei Stunden gefahren, als wir auf eine große Herde Zebras treffen, die links und rechts der Piste grasen. Der Staubgeruch hat nachgelassen, der Geruch von frischem Grün liegt in der Luft. Abraham schätzt die Herde auf über tausend Tiere. Ein Anblick der sich nur schwer beschreiben lässt, phantastisch ist noch untertrieben. Nur selten treffen wir auf einen anderen Jeep, in diesem Gebiet liegen nicht so viele Unterkünfte und nur wenige Gäste lassen sich soweit fahren. Wir genießen das Alleinsein in vollen Zügen.



 Nach nur einigen Kilometern ist es soweit, Gnus so weit das Auge reicht.                                                                                                                          Oft trotten sie hintereinander im Gänsemarsch oder nebeneinander, Stimmfühlungslaute sind zu hören, hier und da grasen einige. Wir werden neugierig beäugt.  Man sagt, Gnus gehören neben Geier, Hyäne, Marabu und Warzenschweinen zu den hässlichen 5. Schön sind sie wirklich nicht, sie besitzen nicht die Eleganz von Giraffen oder die stattliche Größe eines Elefanten, auf mich machen sie einen melancholischen Eindruck. Es ist nicht das einzelne Tier, das einen erstaunt, es ist die überwältigende Anzahl der Tiere. Wir hätten den ganzen Tag an einer Stelle verbringen können und trotzdem wäre diese Herde noch nicht an uns vorbeigezogen, ihre Zahl war für uns nicht mehr schätzbar, einfach zu viele.                                                                                                                                                                                                      Natürlich ist es beeindruckend einen Löwen zu beobachten, aber ich bin mir sicher, wer dieses Schauspiel einmal gesehen hat wird es nie vergessen. Sadat und ich staunen und staunen und vergessen die Zeit. 



Den Rückweg verbringen wir fast schweigend, so sehr hat uns dieser Anblick beeindruckt, die kleine Elefantenherde, die wir am späten Nachmittag treffen, hat es daher schon schwerer uns zu imponieren. Wir sind mittlerweile alle recht müde, trotz der holprigen Piste schlafe ich eine Weile ein, vielleicht habe ich zu viel gestaunt. Ich werde wach, als Abraham plötzlich über die Piste jagt, er hat von anderen über Funk von einem Leoparden gehört, er hält vor einem Baum mit uns warten 10 andere Jeeps, schrittweise fährt Abraham vorwärts, eigentlich will ich nicht warten und einen Ast beobachten, Abraham und Sadat ignorieren meine Ungeduld, ich bin schon fast ein wenig sauer, als wir direkt gegenüber des Baumes einen Platz ergattern, nur aus reiner Höflichkeit schaue ich durch meine Tele, kann es kaum fasse, der Ast bewegt sich, entpuppt sich als Leopard, dreht sich und klettert vom Baum, bevor der Leo im tiefen Gras verschwindet, kann ich ein paar Aufnahmen von ihm machen. Adrenalin pur, vor allem wenn man bedenkt, dass es in der Serengeti nur noch ca. 300 Exemplare gibt und die Serengeti so groß wie Schleswig Holstein ist. Einen Leoparden zu beobachten ist also ein seltenes Glück.



Mehr kann man an einem Tag nicht erleben, denke ich,  werde aber eines Besseren belehrt.                                                                                   Sadat versteht natürlich die Gespräche der Fahrer über Funk, sie teilen sich mit, was wer wo sieht, alle wollen ihren Gästen natürlich möglichst viele unterschiedliche Tierarten zeigen. Unserem Fahrer wird über Funk von einer kleinen Löwengruppe berichtet und aufgefordert dies Sadat auch noch zu zeigen,                                                                                                                                                                                                   Abraham ist jetzt fast 9 Stunden unterwegs, trotzdem gibt er erneut Gas  und saust über die Piste auf eine kleinen Berghang zu.                          Sage und schreibe 15 Löwen liegen vereinzelt träge und vollgefressen auf einer Wiese und lassen sich die Sonne auf die Bäuche scheinen, zwei ausgeweidete Büffelkadaver verraten, warum es ihnen so gut geht. Geier sitzen in der Nähe, einige Hyänen sind aus zu machen, ich erkenne in der Ferne zwei Schakale, ein Marabu ist auch schon da. Eine  leicht gruselige Atmosphäre die uns in Bann zieht, die zur Natur dazu gehört. Die Geier haben es auf einen kleinen Teil des Fleisches abgesehen und versuchen ihren Teil der Beute zu ergattern, der Marabu wartet geduldig. Zwei kleinen Löwenkindern gefällt die Geiertruppe gar nicht, trotz ihrer sichtbar vollen Bäuche versuchen sie das Stück Fleisch in Sicherheit zu bringen. Unter den Augen der erwachsenen Löwen zerren und zerren sie an dem Brocken und schleppen ihn so Meter für Meter vorwärts, die Geier geben fürs erste auf.                                                                                                                                                                              Unser Safaritag endet mit einem oscarverdächtigen Naturschauspiel.  



 

Absolut glücklich lassen wir uns das Abendessen schmecken, später lassen wir den Tag bei einem Glas Wein Revue passieren.

 

 

An unserem letzten Tag in der Serengeti werde ich früh wach, die Sonne ist gerade aufgegangen, noch ist es frisch, die ersten Vögel zwitschern, die Angestellten des Camps sind schon aufgestanden und bereiten das Frühstück für die Gäste vor, ich lasse mir die Sonne eine Weile ins Gesicht scheinen und lausche den Geräuschen um mich herum, ein Hornvogel lässt sich im meiner Nähe in einer Akazie nieder und ruft scheinbar nach einem Weibchen. Eine wunderbare, friedvolle Atmosphäre.  Sadat und ich, entdecken zwei Giraffen die ganz in der Nähe der Zelte an den Akazien knabbern, wir schleichen uns an und beobachten sie eine Weile.

 

  Nach dem Frühstück ist es Zeit aufzubrechen, der Weg bis nach Arusha ist weit, wir kommen an Kopjes vorbei, Granitfelsen, die wie felsige Inseln im Meer aus Gras herausragen, einige davon tragen Namen, wie Masaikopjes oder Simbakopjes, hier halten sich gerne Löwen auf und tatsächlich entdecken wir zwei Löwenbabys die hin und wieder ihre kleinen Köpfe aus dem Gras stecken, nach Sadats Meinung dürften sie nur einige Wochen alt sein. Von der Mutter ist weit und breit nichts zu sehen. Wir treffen sie einige hundert Meter weiter neben der Piste, ohne Schatten liegt sie in der prallen Sonne, sie wirkt abgezehrt und völlig erschöpft. Bis ihre Jungen 6 Wochen alt sind, trennt sie sich vom Rudel, um zu vermeiden, dass andere Löwenmännchen ihre Jungen fressen. Sie muss also in den ersten Wochen ihre Kinder alleine versorgen, eine sichtbar anstrengende Zeit.  Bis wir den Ausgang der Serengeti erreichen lassen wir uns Zeit, beobachten noch einige Warzenschweine, Zebras und Giraffen. Der Serengeti Highway beeindruckt uns auch auf dem Rückweg.

 

 

 Wir haben in diesen vier Tagen so viele wunderbare Eindrücke erlebt, dass wir noch lange davon erzählen werden.  Ich habe mir vorgenommen, das Buch von Bernhard Grzimek „ die Serengeti darf nicht sterben“ noch einmal zu lesen. Wir sind sicher, dass war nicht der letzte Besuch.

 



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Kommentare: 9
  • #1

    Diana v. Bohlen (Sonntag, 18 November 2018 16:19)

    ein wirklich sehr spannender Bericht. Elske !

    und ein bisschen war ich mit Dir dort !

    danke dafür ;)

    ein lieber Gruß

    Diana

  • #2

    Dorothea Weckmann-Piper (Sonntag, 18 November 2018 18:29)

    Liebe Elske,
    Selten habe ich mit so viel Spannung einen Bericht gelesen, wie diesen hier
    von Deinem Abenteuer. Mit Deinen so guten Fotos zusammen könntest Du das auch in jeder Fotozeitschrift veröffentlichen. Ich bin nur froh, dass ich aus Deinem so abwechslungsreichen und spannenden Leben durch Deinen Blog etwas erfahren kann. Vielen Dank !!
    Ganz liebe Grüße und weiter alles Gute für Dich und Deine Familie dort und hier, Dorothea

  • #3

    Rebekka (Sonntag, 18 November 2018 20:42)

    tolle Aufnahmen hast du mitgebracht .. ;o) Rebekka

  • #4

    Ulla Moswald (Montag, 19 November 2018 09:33)

    Fantastische Eindrücke müssen das gewesen sein... Die Bilder sprechen für sich, dein Bericht dazu ist wieder mal hoch spannend. Danke für's Mitnehmen!
    Liebe Grüße und weiter alles Gute für dich
    Ulla

  • #5

    Ulla Holbein (Dienstag, 20 November 2018 15:43)

    Moin Elske,
    deinen Reisebericht habe ich mit so viel Spannung gelesen!...
    Da hast du wirklich wunderbare 4 Tage erlebt, um die dich so mancher beneidet!...
    Auch deine Aufnahmen dazu, einfach fantastisch und derart beeindruckend!...
    Ich denke, das wird nicht dein letzter Besuch dort gewesen sein!
    Danke für deine immer wieder interessanten und tollen Berichte, die ich so gern lese.
    Dir/euch liebe Grüße aus dem kalten Deutschland...
    Ulla

  • #6

    Norbert Kappenstein (Samstag, 24 November 2018 10:11)

    Elske Du solltest ein Buch schreiben .
    LG Norbert

  • #7

    Ruth Utesch (Samstag, 24 November 2018 18:38)

    Liebe Elske,
    das ist ein faszinierender Bericht und ich beneide Dich um dieses Erlebnis. Vielen Dank jedenfalls für Deine wunderschöne Erzählung, Du schreibst das sehr spannend, man ist gedanklich bei Dir. Die Fotos begleiten Dein Abenteuer auf wunderbare Weise, ich bin begeistert.
    Liebe Güße
    Ruth

  • #8

    Bettina Picker (Samstag, 24 November 2018 21:03)

    Liebe Elske,ich schließe mich Norbert k.an.da gibt es,allein schon,in den letzten 2 Jahren, mehr,als genug Material, für ein buch.mit lieben Grüßen aus Linden Bettina

  • #9

    Katrin (Sonntag, 25 November 2018 01:14)

    Die eine ist in Rom und schaut alte Ruinnen an Die ist auf der Pirsch in der Serengetie was für ein Leben
    Die Bilder sind mega
    Gut
    Alles liebe K